Smart Data für die vierte industrielle Revolution

Durch die zunehmende Automatisierung im Maschinen- und Anlagenbau fallen immer größere Datenmengen – »Big Data« – an. Im Schnitt verdoppelt sich die Datenmenge alle zwei Jahre und soll 2020 rund 40 Zettabyte, also 40 mal 1021 Bytes betragen. Das „Internet der Dinge“ trägt wesentlich zu diesem beispiellosen Datenwachstum bei. So verfügt eine Druckmaschine heute über rund 2.500 Sensoren und meldet vier Millionen Ereignisdaten am Tag. Diese Daten gilt es zu analysieren und zu interpretieren – aus Big Data werden auf diese Weise Smart Data.

Dieser Herausforderungen nimmt sich das Projekt „SAKE Semantische Analyse Komplexer Ereignisse“ an, das im Rahmen des Technologieprogramms „Smart Data Innovationen aus  Daten“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Teilnehmende Organisationen sind neben dem Fraunhofer IAIS, die Heidelberger Druckmaschinen AG, AviComp Controls GmbH, Ontos GmbH sowie die Universität Leipzig. USU verantwortet als Konsortialführer die Gesamtkoordination.

Mit der SAKE-Plattform soll eine »Big-Data-Toolbox« für die Verarbeitung von Sensordaten entstehen, insbesondere für Maschinenbau, Produktion und IT-Monitoring. Auf Basis vorgefertigter Module sollen künftig individuelle Anwendungen für unterschiedliche Einsatzzwecke realisiert werden. Evaluiert wird die Praxistauglichkeit der Module im realen industriellen Umfeld bei den am Projekt beteiligten Industriepartnern.

Ein Schwerpunkt ist beispielsweise die Fehleranalyse von Druckmaschinen. In einem weiteren Szenario soll eine Software zur Fehlerfrüherkennung von Kompressor-Anlagen zum Einsatz kommen. Ein anderes Arbeitsfeld ist die Entwicklung einer innovativen datengetriebenen Regulierungstechnik für Turbokompressoren oder die Energieerzeugung bei der Instandhaltung von Windparks. Auch eine Ausweitung auf Bereiche wie Mobilität und Gesundheit wäre, bei entsprechender Anpassung der Auswertungsalgorithmen, denkbar.

Der Einsatz von Smart-Data-Lösungen stellt eine enorme Chance für den Standort Deutschland dar. Leuchtturmprojekte wie das Projekt SAKE zeigen sowohl die große Vielfalt als auch das Potenzial von Anwendungen und Dienstleistungen, die auf dieser Technologie aufbauen.

Henrik Oppermann,
Leiter Forschung